Sozialdemokratischer Informationsbrief Kiel, 13. Mai 2002, Nr.: 056/2002 Dr. Henning Höppner und Jürgen Weber: Zunehmend Gemeinsamkeiten zwischen SPD und Philologenverband Der Rückenwind, den die öffentliche Diskussion über die PISA-Resultate der Bil- dungspolitik verschafft, sollte für konkrete Schritte zur Verbesserung unseres Schul- wesens genutzt werden ­ darin besteht Einigkeit zwischen dem bildungs- und dem schulpolitischen Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Jürgen Weber und Dr. Henning Höppner, und dem Vorsitzenden des Philologenverbandes Schleswig-Holstein, Klaus- Dieter Heyden, sowie dem Pressesprecher des Verbandes, Walter Tetzloff, wie ein in- tensives Arbeitsgespräch ergeben hat. Weitgehende Übereinstimmung besteht in vielen Einzelfragen. Beide Seiten begrüßten die erweiterte Eigenverantwortung der Schule, die aber nicht ausreiche, um Unter- richtsausfälle auszugleichen. Nötig sei daher eine Ausweitung der personellen und fi- nanziellen Kompetenzen der Schulen nach dem Grundsatz ,,Geld statt Stellen". Überlegungen, Zielvereinbarungen zwischen Regierung und Schulen abzuschließen, sind nach Ansicht von SPD-Fraktion und Philologenverband grundsätzlich sinnvoll, müssten aber die Freiräume und das Leistungsvermögen der einzelnen Schulen erhö- hen. Die derzeit vorgelegten Entwürfe stoßen auf Ablehnung seitens des Philologen- verbandes. Eine der wichtigsten Aufgaben bei der Verbesserung des Schulwesens wird die Re- form der Lehrerausbildung sein. Unstrittig ist dabei, dass die fachwissenschaftliche Ausbildung aller Lehrer, besonders an den Gymnasien, weiterhin unverzichtbar ist und dass die pädagogische Kompetenz bereits im Studium gesteigert werden muss. Die SPD setzt sich für studienbegleitende Schulpraktika ein; der Gymnasiallehrerverband Schleswig- Holstein Herausgeber: SPD-Landtagsfraktion Verantwortlich: Petra Bräutigam Landeshaus Postfach 7121, 24171 Kiel Tel: 0431/ 988-1305/1307 Fax: 0431/ 988-1308 E-Mail: pressestelle@spd.ltsh.de Internet: www.spd.ltsh.de SPD -2- weist aber auf das Problem der zusätzlichen Belastung für die ausbildenden Lehrer hin. Ausführlich wurde über die Probleme beim Übergang von der Grundschule auf weiter- führende Schulen diskutiert. Die Grundschulempfehlung soll nach den Vorstellungen der SPD durch eine verpflichtende Beratung abgesichert werden, wenn die Empfeh- lung und der Elternwille abweichen. Ein hohes Maß an Einigkeit besteht darin, dass mit dem Abitur weiterhin die Hoch- schulreife erworben werden müsse und dass es keiner zusätzlichen Hochschulein- gangsprüfungen bedürfe. Die Leistungsfähigkeit der Gesamtschulen wird zwischen SPD und Philologenverband unterschiedlich eingeschätzt. Die gemeinsame Sorge gilt vor allem der Sicherung der Unterrichtsversorgung. Neben mehr Planstellen und Stundengebermitteln können die angestrebten Vereinbarungen über ,,Geld statt Stellen" die Handlungsspielräume der Schulen erhöhen. Die SPD-Fraktion und der Philologenverband vereinbarten, ihre Gespräche zu intensi- vieren. (SIB)